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Eutin zu seiner Blütezeit

Die Eutiner Persönlichkeiten um 1800

In den Jahren um 1800 hatte sich Eutin unter der Regierung von Herzog Peter Friedrich Ludwig (1755-1829) zu einem überregionalen geistigen und kulturellen Zentrum entwickelt. Zahlreiche bedeutende Dichter und Denker kamen nach Eutin und wurden hier vorübergehend ansässig, so z. B. 1784 Wilhelm von Gerstenberg, 1791 Georg Ludwig Heinrich Nicolovius als Erzieher der Stolberg-Kinder und ab 1797 Friedrich Heinrich Jacobi.

Hauptpersonen des literarischen Lebens in Eutin waren Friedrich Leopold Graf zu Stolberg (1750-1819) und vor allem Johann Heinrich Voß (1751-1826), der während seines Eutiner Aufenthaltes von 1782 bis 1802 seine wichtigste Schaffenszeit hatte. Beide sind bekannt als Lyriker, Dramatiker und Übersetzer antiker Schriften.

Nachbar und Freund Voßens war der Arzt Christoph Friedrich Hellwag (1754-1835), der in vielfältiger Weise auf das Leben der Eutiner Bevölkerung Einfluss nahm, unter anderem durch die Einführung der Pockenschutzimpfung und die Einrichtung einer öffentlichen Badeanstalt.

1786 wurde der Komponist Carl Maria von Weber (1786-1826) in Eutin geboren und in der hiesigen Schlosskirche getauft. Die Familie verließ zwar 1887 Eutin, aber Carl Maria von Weber besuchte noch zweimal (1802 und 1820) seine Geburtsstadt. Als Komponist der deutschen Nationaloper Der Freischütz (uraufgeführt 1821 in Berlin) ist er noch heute bekannt.

1808 wurde Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (1751-1829), nach seinem berühmtesten Gemälde Goethe in der Campagna auch als Goethe-Tischbein bezeichnet, als Galeriedirektor nach Eutin berufen, wo er bis zu seinem Tode 1829 ein umfangreiches Alterswerk schuf.